Rollenspiele

Ein jeder spielt seine eigene Rolle

Rollenspiele, ganz allgemein betrachtet, hat es wohl schon sehr viel früher gegeben, als wir vermuten. Kann man sie doch schon bei den alten Griechen finden! Diese Art von Gesellschaftsspielen fördern die Fantasie und Kreativität und leben nicht zuletzt von blumigen Schilderungen der einzelnen Spieler. Und die inzwischen so beliebten modernen Rollenspiele glänzen darüber hinaus als digitale Avatare mit Spezialeffekten und teilweise sogar 3D- Effekten.

Die Ursprünge dieser heutigen Rollenspiele finden sich in der Mitte der 1970er-Jahre, zeitgleich mit der Entwicklung der ersten Computerspiele. Die technischen Voraussetzungen waren vorerst jedoch fast nur Studenten gegeben, denn allein Universitäten besaßen die erforderlichen Großrechner, an denen diese Spiele entwickelt und gespielt werden konnten. Zunächst war jedoch auch hier die Freude kurz, denn derartige Programme wurden vom Lehrpersonal oftmals schnellstmöglich gelöscht, um die wertvolle Rechenkraft der Computer nicht missbraucht zu wissen.

Mit Pedit5 entwickelte Rusty Rutherford im Jahr 1974 eines dieser verschrienen Programme, das ebenfalls bereits kurz nach seiner Veröffentlichung vom universitätseigenen Server gelöscht wurde. Hier gab es nur Text und einige einfache Grafiken, und dennoch: Die Grundelemente der modernen Rollenspiele waren vollständig enthalten. Danach mussten die Spieler zu allererst einen Charakter entwickeln, sich dann auf die Jagd nach Schätzen begeben, ihre Fertigkeiten nach und nach entwickeln, um möglichst erfolgreich gegen diverse Bösewichte und Monster zu kämpfen. Auch Magie gab es schon bei Pedit5.

1975 folgte Dungeon von Don Daglow, der hier das so genannte Line-of-Sight-System eingeführt und die Spielrichtung ins Vertikale verlegt hat.

Im Großen und Ganzen boten diese Jahre Entwicklungen wie

  • einfache grafische Darstellungen
  • Kreation von Charakteren
  • Magiesysteme
  • Ausbau von Fähigkeiten
  • “Line of Sight”-Perspektiven

und waren somit sämtlich Grundlage für die rasante Entwicklung, die bald folgen sollte.

Mit PC- oder Online-Rollenspielen hat das Genre inzwischen eine neue Qualität erreicht. Hier werden über das Internet Rollenspiele mit mehreren Tausend Mitspielern ermöglicht, welche mit als Avatar bezeichneten Spielfiguren eine virtuelle Welt bevölkern. Die Verwaltung dieser Spielwelt und ihrer Bevölkerung erfolgt über Server, der den Spieler die gesamte Zeit hindurch über ein Clientprogramm mit den anderen verbindet. Auch hier kämpft der Spieler, ob allein oder gemeinsam mit anderen, er löst verschiedenste Aufgaben, muss Missionen übernehmen, Gegner töten und Monster ausschalten – all das im Namen einer möglichst hohen Punkteanzahl. Diese erlaubt es dann, neue Fähigkeiten für den Avatar freizuschalten oder vorhandene zu verbessern. Die Kosten für Wartung und Betrieb der Server werden durch den Verkauf von Erweiterungen des Spiels gedeckt oder aber auch durch monatliche Gebühren, die die Kunden zahlen müssen, um die Spiele spielen zu können.

Ob nun klassische Rollenspiele, Gesellschaftsspiele oder auch Computer-Games – oft erhält man viel Spielspaß und etliche Stunden Vergnügen. Im Vergleich zum Kino sind die Rollen- und Gesellschaftsspiele sehr günstig.

Die klassischen Pen & Paper Rollenspiele hingegen benötigen praktisch nur Papier und Bleistift als Spielmittel. Die Mitspieler schlüpfen in verschiedene Charaktere und erleben ein gemeinsames Abenteuer rein durch Erzählungen. Die Rollen, die die Mitspieler übernehmen, werden auf den Charakterbögen schriftlich festgehalten, zudem geben Stift und Papier die Möglichkeiten, sich Notizen über den Spielverlauf zu machen. Meist gibt es einen Spielleiter, der zu Beginn eine „Grundrichtung“ vorgibt und zwischendurch immer wieder den Spielverlauf beeinflusst – wobei selbstverständlich auch die Spieler selbst durch ihr Verhalten hierauf Einfluss nehmen können. Oftmals werden Spielwürfel, Karten oder andere Zufallselemente zusätzlich eingesetzt. So kann entschieden werden, wie erfolgreich der einzelne Spieler in seiner schließlich nur verbal dargestellten Rolle ist.